Was sind Schulen mit Ganztagsangeboten und verlässliche Halbtagsschulen?

Ganztagsangebote

Ganztagsangebote vertiefen Lern- und Förderangebote für möglichst viele Schülerinnen und Schüler und gewährleisten, dass attraktive Lern- und Lebensorte für junge Menschen entstehen und insbesondere in den dünn besiedelten ländlichen Regionen die Erreichbarkeit jugendkultureller Angebote gesichert werden. Ganztagsangebote sollen verstärkt die Ressourcen, die im Gemeinwesen vorhanden sind, für die Schülerinnen und Schüler nutzbar machen. Sie dienen einer besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf.
Im Land Brandenburg können Ganztagsangebote in offener, teilweise oder voll gebundener Form an

  1. Grundschulen,
  2. Schulen der Sekundarstufe I sowie
  3. Förderschulen

eingerichtet werden.

Ganztagsangebote sind an mindestens drei Tagen im Umfang von acht Zeitstunden oder an mindestens vier Tagen im Umfang von sieben Zeitstunden einzurichten. Die Teilnahme der Schülerinnen und Schüler kann

  1. für alle verpflichtend (voll gebundene Form),
  2. für einen Teil von Klassen oder Jahrgangsstufen verpflichtend (teilweise gebundene Form) oder
  3. auf freiwilliger Basis mit einer Teilnahmeerklärung für jeweils ein Schuljahr (offene Form)

erfolgen.

Schulen der Sekundarstufe I mit Ganztagsangeboten gemäß Buchstabe a oder b sind Ganztagsschulen
Ganztagsangebote in offener Form sind außerunterrichtliche schulische Angebote, pädagogisch begleitete oder selbstorganisierte Angebote der Jugendarbeit, Angebote des Hortes, jugendkulturelle Angebote und Betreuungsformen, die im Anschluss an den regulären Unterricht unterbreitet werden (additives Modell). Sie können auch an unterrichtsfreien Tagen oder in den Ferien angeboten werden.
Ganztagsschulen sind durch eine pädagogische und zeitliche Verzahnung von Unterricht, Freizeit- und Betreuungsangeboten sowie zusätzlichen Lern- und Fördermaßnahmen gekennzeichnet (integratives Modell).
Schulen mit Ganztagsangeboten erarbeiten ein pädagogisches Ganztagskonzept, welches Bestandteil der Genehmigung ist. Ganztagsschulen sind verpflichtet, ein Schulprogramm vorzulegen, das das pädagogische Ganztagskonzept beinhaltet.
Ganztagsschulen gewährleisten, dass in der Zeit der verbindlichen Teilnahme kostenfreie Angebote vorgehalten werden. Neben kostenfreien Ganztagsangeboten können kostenpflichtige Angebote unterbreitet werden. Dies gilt auch für die Mittagsmahlzeit.
Die Schulleitung stimmt mit dem Träger der Schülerbeförderung die Fahrpläne mit den zeitlichen Erfordernissen des schulischen Ganztagsangebotes ab.

Verlässliche Halbtagsschule (Grundschulen)

Grundschulen können in einem zeitlichen Rahmen von mindestens sechs Zeitstunden einen rhythmisierten Unterricht unter Berücksichtigung der Belastbarkeit, der Konzentrationsfähigkeit und der Bewegungsbedürfnisse der Schülerinnen und Schüler in Form

  1. eines offenen Beginns - täglich in der Regel 30 Minuten vor Beginn des ersten Lernblocks,
  2. fachübergreifender und fächerverbindender Lernblöcke von 90 Minuten,
  3. individueller Lernzeiten,
  4. aktiven Spielphasen mit der Möglichkeit eines täglichen gemeinsamen Frühstücks von mindestens 30 Minuten und
  5. eines Mittagsbandes von in der Regel mindestens 50 Minuten mit einem täglich betreuten Mittagessen

organisieren.

Grundschulen können nur als ganze Schule zu verlässlichen Halbtagsschulen entwickelt werden.

Weitere Informationen erhalten Sie in der Verwaltungsvorschrift über Ganztagsangebote an allgemein bildenden Schulen (VV Ganztag) und auf dem Brandenburgischen Bildungsserver unter der Rubrik Ganztagsschule.

letzte Änderung am 18.02.2010